Gemeinde St. Marien Dresden-Cotta
der Röm.-kath. Pfarrei Selige Märtyrer vom Münchner Platz

Einladung zum Vortrag und Gespräch

mit Dominik Gautier zum Thema

 Rassismus als Herausforderung für Theologie und Kirche

 13. Oktober 19.30 Uhr in St. Marien

Gottfried-Keller-Straße 50 in 01157 Dresden

Nur selten haben sich Theologie und Kirche mit Rassismus, geschweige denn mit Ihrer eigenen Verstrickung in Rassismus auseinandergesetzt. Vor dem Hintergrund der globalen Proteste gegen strukturell-rassistische Polizeigewalt, angesichts der Terroranschläge von Halle und Hanau sowie mit Blick auf Rassismus in unserem gemeindlichen Alltag, stellen sich aber immer mehr Christ*innen dieser Herausforderung. Der Vortrag begibt sich auf eine Spurensuche der theologischen und kirchlichen Auseinandersetzung mit Rassismus in den USA und Deutschland. Ziel ist es, die bereits getane Arbeit sichtbar zu machen und an diesem Abend ein Gespräch darüber zu führen, wie das gemeinsame Projekt einer rassismuskritischen Theologie und Kirche weitergehen kann und wie wir es in unserem Alltag anwenden können.

 Dominik Gautier ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Evangelische Theologie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Er ist Mitbegründer von narrt, dem Netzwerk antisemitismus und -rassismuskritische Religionspädagogik und Theologie und forscht besonders zur US-amerikanischen Theologie.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Katholischen Akademie des Bistums Dresden- Meißen mit der Pfarrei Selige Märtyrer vom Münchner Platz.

Bedingt durch die Hygienevorschriften ist die Zahl der Teilnehmenden begrenzt und erfordert eine Anmeldung. Klicken Sie bitte hier:

https://nuudel.digitalcourage.de/EK45JIN5LpiGNLi4

 Wir freuen uns auf Ihr Kommen und Ihr Interesse, miteinander ins Gespräch zu kommen.

 


Rassismus – auch in unserer Pfarrei!

Liebe Gemeindemitglieder,

mit großer Betroffenheit haben wir von unseren Seel­sorgern Pater Anh Tuan, Pater Victorin und Pater Jobin erfahren, dass sie in den vergangenen Tagen und Wochen Mails und Telefonate mit menschenver­achtenden Inhalten erhalten haben.

Was uns dabei besonders erschüttert und beschämt ist, dass diese Mitteilungen aus den Reihen unserer Pfarrei kamen.

Wir Mitglieder der Seelsorgeräte unserer Pfarrei verurteilen solches Verhalten auf das Schärfste und werden dieses Verhalten nicht dulden.

Personen, die menschenverachtende oder rassistische Meinungen vertreten bzw. äußern, missachten elementare christliche Glaubens – und Lebensgrundsätze; sie disqualifizieren sich als Christen und Christinnen!

Als Brüder und Schwestern unserer Pfarrei und Kirche in der Gesellschaft tragen wir Verantwortung, in wert­schätzender Weise unser Miteinander zu gestalten und somit auch als Vorbild für die Gesellschaft zu handeln.

Über diese Vorkommnisse informieren wir Sie heute, damit Sie Kenntnis darüber erhalten, welche Situationen unsere Priester erleben müssen.

Wir ermutigen Sie, in Situationen, in denen Ihnen rassistische Äußerungen begegnen, couragiert entgegen zu treten und damit Solidarität mit unseren Seelsorgern zu bekunden.

Unabhängig davon werden wir jede rassistische Äußerung, von der wir Kenntnis erhalten, zur Anzeige bringen.

Ihre Seelsorgeräte der Pfarrei Selige Märtyrer vom Münchner Platz

Dresden, am 27. Juni 2020

 


Dresden, 21.6.2020 

Liebe Schwestern und Brüder,

Liebe Gemeinde,

seit über drei Monaten leben wir mit der Corona-Pandemie. Es hat sich in diesen drei Monaten sehr viel ereignet. Es gab eine wellenartige Entwicklung, von der anfänglichen Angst und totalen Stilllegung des gesamten gesellschaftlichen Lebens bis zu den gegenwärtigen Lockerungen, fast wieder eine Normalität, die beinahe vergessen lässt, dass die Bedrohung noch nicht gänzlich aus der Welt ist, dass es immer noch keine Impfung und keine Medikamente gibt und dass das Virus heute genauso gefährlich ist oder sein kann, wie vor drei Monaten. Im Gemeindeleben merken wir diese Entwicklung auch deutlich. Durch die Hygienebestimmungen und Versammlungsvorschriften ist es immer noch nur eingeschränkt möglich, die Gemeindeaktivitäten, wie wir sie kannten und praktiziert haben, heute zu leben. Der Ruf nach Alternativen, nach Kreativität und nach Umgestaltung ist laut geworden laut und es passiert auch sehr viel zum Beispiel im Bereich der sozialen Medien im Internet (Livestream- Angebote) oder am Kirchenzaun. Viele von uns stellen jedoch fest, dass alle diese Neuigkeiten, so wichtig und notwendig sie auch sind, die menschlichen Beziehungen nicht ersetzen können. 

Seit dem 1. Juni sind wir in Dresden Süd-West eine neue Pfarrei „Selige Märtyrer vom Münchner Platz“. Für viele Gemeindemitglieder hat diese Tatsache nichts verändert und hat keine konkreten Konsequenzen im Alltag. Verstärkt wird dieses Gefühl noch dadurch, dass die Feierlichkeiten zu diesem Anlass ausgefallen oder verlegt wurden. Und doch bringt jeder Tag neue Herausforderungen und Entwicklungen, denen wir uns stellen müssen. Auch sie verlangen Einsatz und Kreativität, Gestaltung und viel Zeit. Schon jetzt beginnen die Vorbereitungen für die Wahlen zu den neuen Gremien. Wir sind aufgerufen, uns schon jetzt Gedanken darüber zu machen, wen wir am 15. November dieses Jahres in die Seelsorgeräte, in den Pfarreirat und in den Kirchenvorstand wählen wollen. Wer steht zur Verfügung? Wer soll die Gemeinde und die Pfarrei vertreten und die neugegründete Pfarrei in Ihrem Namen mitgestalten? Die Zeit vergeht schnell. Wir können nicht alles vor uns her schieben. Das Mitmachen ist gefragt.

Der Sommer steht vor der Tür. Eine Zeit, die ohnehin jedes Jahr Veränderungen gebracht hat, durch Urlaub, Reisen und Schulfrei. Es wäre wichtig, diese Zeit für die Erholung zu nutzen, Kräfte zu sammeln und aufzuatmen. Aber vielleicht findet sich auch etwas Zeit zum Nachdenken über unsere neue Pfarrei, über ihre Gestaltung und über ihre Zukunft. 

Liebe Schwestern und Brüder, ich wünsche Ihnen eine erholsame, ruhige und interessante Sommerzeit. Ich wünsche Ihnen, dass Sie in ihrem Urlaub Kräfte tanken und viel erleben und ich freue mich auf das Wiedersehen nach der Sommerpause, mir neuen Kräften und bei neuen Aufgaben, die wir zusammen ganz sicher schaffen werden.

Ihr Pfarrer P. Sławomir Rakus SVD


AKTUELLE INFORMATION ZU DEN GOTTESDIENSTEN  STAND 07.05.2020 

Anzahl der Gottesdienstbesucher in St. Marien erweitert
In unserer Kirche können auf Grund der veränderten Infektionsbestimmungen ab Samstag (09. Mai) 60 Personen den Gottesdienst gemeinsam feiern.
Bitte tragen Sie sich mit diesem Link in gewohnter Weise für die Gottesdienste ein:     
https://nuudel.digitalcourage.de/qGVkAN6a87I2jfkI    
Für die Anmeldung haben Sie auch weiterhin die Möglichkeit, diese telefonisch zu den bekannten Zeiten im Pfarrbüro anzumelden: 0351 4213273

Die Anmeldung ist nur für die Samstags- und Sonntagsgottesdienste notwendig.  Die Wochentagsgottesdienste können Sie wie gewohnt ohne Registrierung besuchen.

Maiandacht der Verantwortungsgemeinschaft am 17. Mai in St. Marien 

Liebe Gemeinde,

auch in diesem Jahr können wir als Verantwortungsgemeinschaft Dresden Süd-West gemeinsam eine Maiandacht feiern. Darüber freuen wir uns in diesen Tagen ganz besonders und laden Sie am 17. Mai in unsere Gemeinde St. Marien ganz herzlich ein. Beginn: 16.00 Uhr.

Das geplante gemeinsame Kaffeetrinken muss jedoch leider ausfallen.

Die aktuelle Regelung lässt zu, dass 60 Personen an dieser Maiandacht teilnehmen können. Um diese Begrenzung einzuhalten, möchten wir Sie bitten, sich mit diesem Link anzumelden:

https://nuudel.digitalcourage.de/rseaAjkHfnBPM58O   

Sie können sich jedoch auch telefonisch dienstags und mittwochs im Pfarrbüro anmelden: 0351 4213273

Mit herzlichen Grüßen Ihr Pfarrgemeinderat   

Liebe Gemeinde,

wir freuen uns, dass der Bischof nun auf unseren Offenen Brief reagiert hat. In seinem Antwortbrief, der am 30.04.2020 bei uns eingegangen ist, hat er uns angeboten, über grundlegende Fragen mit ihm persönlich ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen dieses Angebot gerne an und werden Sie weiter informieren, wenn dieses Gespräch - unter Berücksichtigung der aktuellen Situation – stattgefunden hat.

Die Arbeitsgruppe der Kirchenräte der Verantwortungsgemeinschaft Dresden Süd-West

OFFENER BRIEF

Liebe Mitglieder unserer VG-Gemeinden,

wir, die Kirchenräte der 4 noch bis 31.05.2020 eigenständigen Pfarreien unserer VG, hatten geplant, Sie im Anschluss an die Gemeindegottesdienste über einige Aktivitäten und Probleme zu informieren und mit Ihnen dazu ins Gespräch zu kommen. Leider ist dies so wie angedacht aufgrund der auch weiterhin durch die Pandemie notwendigen Beschränkungen, die auch die Durchführung regulärer Gottesdienste verhindern, nicht möglich. Daher müssen wir diesen Weg der Information über die Internetseiten der Pfarreien wählen...

 AKTUELLE  INFORMATION  ZUR  GOTTESDIENSTGESTALTUNG
Liebe Gemeinde,
die positive Resonanz zu den Livestreamgottesdiensten und die aktuellen Verlautbarungen des Ministerpräsidenten vom 17. April haben uns gezeigt, dass wir diese Form in dieser besonderen Zeit beibehalten werden.
D.h., wir werden mit einer neuen Technik-Crew und etwas weniger technischem Aufwand die Übertragung auf dem bekannten Livestreamkanal fortsetzen.
https://www.youtube.com/channel/UCGoMm_-rsYw3o4xz0cAkwLA
Die Übertragungen sind bis auf weiteres jeweils Sonntag 10:00 Uhr.
Weiterhin möchte ich darauf hinweisen, dass der Besuch der Kirche für Stille und persönliches Gebet in Absprache mit Pater Anh Tuan und Pater Jobin möglich ist.
Wir bitten Sie dabei auf ausreichend Abstand zu achten.

Ich wünsche Ihnen weiterhin eine gesegnete Osterzeit.

Maria Groß
Pfarrgemeinderatsvorsitzende


Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gemeinde,

eine tiefe Sehnsucht wohnt in mir, eine Sehnsucht nach Unvergänglichkeit und Dauer, eine Sehnsucht danach, unvergessen zu bleiben. Diese Sehnsucht ergreift mich zu Ostern bei der Feier des Triduums (des Leidens, des Sterbens und der Auferstehung Jesu) immer wieder aufs Neue. Es ist eine Sehnsucht nach etwas mehr als nur dem Diesseits. Bin ich mit dieser Sehnsucht allein? Auf der Suche nach der Antwort auf diese Frage versuche ich einen Blick zu werfen auf die Erfahrungen anderer Menschen, auf die Erfahrungen anderer Religionen. Ich stelle fest, dass Menschen aller Generationen, anderer Religionen und Kulturen sich mit diesem Thema auseinandergesetzt haben und dass sie meine Sehnsucht teilen. Die Religionen Indiens (Hinduismus und Buddhismus) sprechen von Seelenwanderung, Reinkarnation und Wiedergeburt, im Islam wird den Gläubigen nach dem Tod das Paradies versprochen und Jahwe, Gott Abrahams, Gott Isaaks und Jakobs, lässt sich erkennen als Gott der Lebenden und nicht der Toten.


Palmsonntag 2020

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gemeinde,

ich sitze heute früh, am 1. April 2020, an meinem Schreibtisch, lese die Texte des kommenden Palmsonntags und denke nach. Der Tag beginnt. Es wird langsam hell. Ich genieße die für diese Zeit ungewöhnliche Ruhe und Stille vor meinem Fenster. Alles, was um mich herum passiert, die Corona-Pandemie mit allen ihren Konsequenzen, kommt mir wie ein schlechter Aprilwitz vor. Ist das wirklich wahr? Ist das real, oder ist es ein böser Traum, aus dem ich jeden Augenblick erwachen werde? Es ist kein Traum. Es ist eine Realität, die ich nicht haben will, die niemand haben will. Es ist eine Realität, die mich unausweichlich dazu bringt, mich zu fragen, welchen Sinn das alles hat? Anstatt mich auf den triumphalen Einzug Jesu nach Jerusalem (Liturgie des Palmsonntags) zu konzentrieren, denke ich über die Fragen nach, die sich Hiob gestellt hat, warum passieren solche Dinge? Warum passiert es mir? Warum lässt Gott so etwas zu? - Und, ich habe darauf keine Antwort. Ich, der aufgeklärte Mensch des XXI. Jahrhunderts, bin machtlos angesichts eines kleinen Virus. Ich bin hilflos gegenüber einer Krankheit, obwohl die Menschheit bereits Hunderte vergleichbare Krankheiten besiegt hat. Ich habe auch, trotz meines Theologiestudiums, keine Antwort auf die Frage, warum Gott das zulässt. Ich habe aber schon lange verstanden, dass die Logik Gottes nicht die meine ist (Eure Gedanke sind nicht meine Gedanken und meine Wege sind nicht eure Wege). Wenn also, wie ich glaube, das Wirken Gottes in unserer Welt nach einem Plan geschieht, wenn er nicht willkürlich handelt und in seinem Handeln eine Botschaft versteckt ist, dann frage ich mich, was will er mir (uns) sagen und warum tut er das auf diese schmerzhafte Weise?  

Wir Menschen nach dem Ende des II. Weltkriegs, nach dem II. Vatikanischen Konzil, nach der friedlichen Revolution in Europa und dem Fall der Berliner Mauer haben angenommen, dass das Leben in Frieden, das ungebremste Wachstum der Wirtschaft, der Wohlstand (abgesehen von einigen Zwischenfällen, wo die Finanzmärkte zusammengebrochen sind) eine Selbstverständlichkeit sind. Wir haben angenommen, dass wir dieses schöne Leben unserer Intelligenz und unserem Fleiß zu verdanken haben. Und wir haben uns eingebildet, dass wir dieses Leben unter Kontrolle haben. Ein kleines Virus hat keinen Respekt vor unserem Planen und Tun, es wirft unsere Welt aus der Bahn. Es wirft meine Welt völlig aus der Bahn. Das Virus greift das Wesen unseres Menschseins an, indem es die sozialen Kontakte verhindert. Es greift unsere auf sozialen Kontakten aufgebaute Gesellschaft an und führt zu Isolation und Vereinsamung. Es greift unseren Wohlstand an, indem es aus Angst vor der Ansteckung die Arbeit in einer Gemeinschaft unmöglich macht. Das Virus greift mein religiöses Leben an, den Kern meines Wirkens als Pfarrer, das Leben unserer Gemeinden, das Leben der Kirche. Denn die Gemeinschaft gehört zum Leben der Kirche. Die gemeinschaftliche Eucharistiefeier gehört zum Kern des kirchlichen Lebens und zum Kern des Gemeindelebens. Warum lässt Gott das zu? Was ist seine Botschaft, wenn alles, was wichtig ist, wegzubrechen droht, wenn vieles, was mein religiöses Leben ausgemacht hat, nicht mehr möglich ist, wenn die ganze kirchliche Praxis in Frage gestellt wird? Warum ist auf einmal möglich, was früher nicht möglich war? Wohin soll ich mich wenden? Wo finde ich Antwort? Wo finde ich Zuflucht?

Liebe Schwestern und Brüder, ich habe auf Jesus geschaut. Zunächst auf den Jesus am Palmsonntag, wo ich nach meiner menschlichen Logik ein Paradox entdecke, wo in einer einzigen liturgischen Feier der Triumph des Königs und die Schande des Kreuzes verkündet wird. Ich schaue auf das Leben von Jesus, wie es die Evangelien überliefern, ein Leben voller Widersprüche und Missverständnisse. Ein Leben für Gott und für die Menschen, ein Leben in Aktion und in Kontemplation, ein Leben mitten unter den Menschen und in der Einsamkeit auf dem Berg, in der Wüste an einem einsamen Ort. Ich schaue auf sein Leben, gerade jetzt an der Schwelle zur Karwoche, und stelle fest, dass er die Antwort auf alle meine Fragen ist. Wann hat er verstanden, dass seine Beziehung zum Vater und seine Sendung zu uns Menschen gar nichts mit unserer menschlichen Logik zu tun haben? War das bei der Taufe im Jordan, als mitten in der Menge eine göttliche Stimme sagte: “Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“ Oder war es bei der Hochzeit zu Kana, als er zu Maria auf ihre Bitte sagte: „Was willst du von mir Frau, meine Stunde ist noch nicht gekommen?“, und dann doch das Wasser in den Wein verwandelt hat. Oder war es in der Wüste, als der Versucher im sagte: „Wenn du Gottes Sohn bist…“. Wann hat er verstanden, dass das, was nach unserer menschlichen Logik ein Scheitern ist, zum Wesen seiner Mission gehört, dass das, was wir Menschen als Scheitern verstehen, in Wirklichkeit kein Scheitern ist. Es gehört zum Kern der Sendung und der Botschaft. Wann hat er verstanden, dass der Weg zur Fülle des Lebens durch das Kreuz führt, durch Einsamkeit und Leid, durch Missverständnis und Abgestoßensein?  

Liebe Schwestern und Brüder, unsere jetzige Situation angesichts der Bedrohung durch das Virus, angesichts von allem, was nach menschlichen Maßstäben zugrunde geht, erinnert mich sehr stark an die letzten Tage Jesu. Wir sehen darin nur eine Bedrohung, ein Scheitern und einen Zusammenbruch. Auch Jesus wollte dem Kreuz ausweichen. Er hat den Vater nach einem anderen Weg gefragt, bis er verstanden hat, dass die scheinbare Tragödie nur ein Übergang ist. Das Kreuz und das Leid, die Einsamkeit und Verlassenheit sind nur eine Quelle der Erneuerung. Ich habe darin eine religiöse Antwort für mich gefunden. Die heutige Misere wird eines Tages (auch wenn es heute schwer zu glauben ist) vorbei sein. Das war den Jüngern Jesu am Karfreitag auch nicht bewusst. Die heutige Situation ist nur ein Übergang zu einer neuen Realität, die wir begreifen werden, wenn alles vorbei ist, in der Begegnung mit dem Auferstandenen am Ostermorgen.

Ich wünsche Ihnen an diesem einzigartigen Osterfest meines Lebens Gesundheit und Gottes Segen.  

Ihr Pfarrer

P. Sławomir Rakus SVD


E I L M E L D U N G   
Ab sofort können Sie sich im Vorraum unserer Kirche in St. Marien eine Osterkerze für Ihren persönlichen Bedarf abholen. Eine Spende erbitten wir, wenn wir uns wieder zum Gottesdienst in unserer Kirche versammeln können.   
Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, ihre persönlichen Palmzweige in den dafür bereit gestellten Korb (ebenfalls im Vorraum der Kirche) einzulegen. Diese werden dann nach St. Paulus gebracht und im Livestreamgottesdienst zu Palmsonntag gesegnet. Ab Sonntagnachmittag stehen die Zweige zur Abholung wieder im Vorraum unserer Kirche bereit. Wenn Sie mögen, können Sie Ihre Zweige gern mit Ihrem Namen versehen.     
Herzliche Grüße Ihr Pfarrgemeinderat

Einladung zu Gottesdiensten der Heiligen Woche

zwischen Palmsonntag und Ostermontag

als Livestream über unsere Pfarrei-Homepages

Die Heilige Woche, die Tage zwischen Palmsonntag und Ostern, rücken näher. Schon jetzt steht fest, dass wir die großen Gottesdienste der Heiligen Woche nicht öffentlich und gemeinsam in unseren Kirchen feiern können. Das schmerzt uns sehr.

Pfarrer Sławomir Rakus SVD und die Seelsorger unserer Verantwortungsgemeinschaft haben eine Alternative gefunden, wie wir diese großen Gottesdienste dennoch in der Gemeinschaft der vier Gemeinden feiern können, die unmittelbar vor dem Zusammenschluss zu einer Pfarrei stehen. Wir sind herzlich eingeladen zu folgenden Gottesdiensten:

• Palmsonntag, 5. April, 10 Uhr,
• Gründonnerstag, 9. April, 19 Uhr,
• Karfreitag, 10. April, 15 Uhr,
• Osternacht, 11. April, 21 Uhr,
• Ostersonntag, 12. April, 10 Uhr,
• Ostermontag, 13. April, 10 Uhr,

Die Gottesdienste werden jeweils als Livestream übertragen. Den Link zur Übertragung finden Sie hier:

https://www.youtube.com/channel/UCGoMm_-rsYw3o4xz0cAkwLA

An der Gestaltung der Gottesdienste sind alle vier Pfarrgemeinden unserer Verantwortungsgemeinschaft beteiligt.

Die Gottesdienstübertragung ist von der seit 31.03. geltenden Rechtsverordnung zur Ausgangsbeschränkung nicht betroffen und wird unter strikter Einhaltung der Gesundheitsvorschriften durchgeführt.

Diese Gottesdienste müssen zwingend unter Ausschluss der Öffentlichkeit und in einem sehr kleinen Kreis von Beteiligten gefeiert werden, so dass alle behördlichen und bischöflichen Anweisungen verbindlich eingehalten werden können. Deshalb bitten wir Sie, keinesfalls zur Gottesdienstzeit in die Pfarrkirche St. Paulus nach Dresden-Plauen zu kommen.

29.03.2020, 10.00 Uhr Live-Übertragung der Hl. Messe in Mariä Himmelfahrt Dresden-Striesen

29.03.2020, 11.00 Uhr Live-Übertragung der Hl. Messe aus der Propstei-Kirche Leipzig

Wichtige Mitteilung!

Alle öffentlichen Gottesdienste und Veranstaltungen im Bistum Dresden-Meißen sind bis auf weiteres abgesagt. Das hat Bischof Heinrich Timmerevers am 14. März 2020 aufgrund der aktuellen Entwicklungen nach sorgfältiger Beratung entschieden.


Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Kirche,

angesichts der aktuellen Entwicklungen und zunehmenden Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit, wie auch der immer größeren Ansteckungsgefahr in der Öffentlichkeit, sind auch unsere Kirchen bis auf weiteres geschlossen.
Wir möchten Sie bitten, die Bestimmungen der Behörden einzuhalten; sie sind auch für uns als Kirche bindend.
„Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Mt. 28,20
Mit dieser Zusage wissen wir uns zu jeder Zeit in Gottes Hand und mit IHM im Kontakt.
Um dieses auch im gemeinschaftlichen Sinne und unter diesen aktuellen Situationen spürbar und sichtbar werden zu lassen, laden wir besonders in unserer Verantwortungsgemeinschaft ein, jeden Abend zwischen 18.00 Uhr -20.00 Uhr im Gebet Zuhause verbunden zu sein. Als sichtbares Zeichen dieser Verbundenheit kann eine brennende Kerze sichtbar im Fenster stehen.
Wenn Sie den Wunsch zu einem seelsorgerlichen Gespräch oder einem Gebet in der Kirche haben, klingeln Sie bitte am Pfarrhaus bzw. nehmen unter folgender Tel. Nummer Kontakt auf:  015757205952
Im Gebet verbunden.

Maria Groß

Pfarrgemeinderatsvorsitzende


Wort unseres Pfarrers zur Fastenzeit 2020

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gemeinde,

eine unsichtbare Macht hat unser Leben auf den Kopf gestellt. Man kann das Virus nicht sehen, nicht hören, nicht riechen und nicht fühlen und doch ist es da. Menschen sterben daran.  

Unser Alltag ist gewaltig beeinflusst, eingeschränkt und geregelt durch Sicherheitsbestimmungen. Viele wollen diese Realität nicht wahrhaben, bagatellisieren oder missachten die Vorschriften der Behörden, akzeptieren nicht die Einschränkung der persönlichen Freiheit. Damit setzen sie sich selbst und viele andere der Gefahr aus, angesteckt zu werden.

Auch das religiöse Leben unserer Gemeinden droht zum Erliegen zu kommen. Das gemeinsame Beten in den Zeiten der Not ist für viele eine Quelle der Kraft. Gerade die Mitte des Gemeindelebens, die gemeinsame Eucharistiefeier ist nicht mehr möglich. Das tut vielen von uns weh.

Die ersten Reaktionen auf diese Situation sind die Beistandsbekundungen und Lebenszeichen der Seelsorger (Bischöfe, Pfarrer, Ordensleute, Gemeindereferenten/innen), um den Gemeindemitgliedern Trost und Zuversicht zu spenden.

Das Internet ist inzwischen voll von Gebetstexten, spirituellen Impulsen und den Versuchen, die gegenwärtige Situation theologisch zu deuten. Das ist die große Chance unserer Zeit, auf diese Weise doch verbunden zu bleiben. Aber es birgt auch die Gefahr, in Aktionismus zu verfallen, zu denken, dass durch die Multiplizierung der Internetaktivitäten die Situation besser oder beherrschbar wird.

Bei mir kommen die verschiedensten Erwartungen der Gemeindemitglieder an. Liebe Schwestern und Brüder, es ist mir bewusst, dass wir im Augenblick etwas erleben, was unser soziales Leben und damit auch unser religiöses Leben (unsere Frömmigkeit) grundlegend beeinflussen, ja sogar verändern wird. Ich persönlich habe keine allgemeingültige theologische Interpretation unserer jetzigen Situation anzubieten und auch kein Rezept für einen gelingenden religiösen Alltag. Ich bin in vielen Dingen, die von mir jetzt erwartet werden, völlig überfordert. Mit diesem Schreiben möchte ich Ihnen, liebe Schwestern und Brüder in den Gemeinden St. Marien, St. Antonius, St. Paulus und St. Petrus in Dresden sagen, ich bin bei Euch. Ich bete jeden Tag für Euch. Ich zelebriere jeden Tag in der Kirche in Löbtau die Eucharistie für Euch alle und für alle Menschen. 

Ich bitte Euch gerade jetzt zu Beginn dieser Ausnahmesituation um Geduld. Die uns auferlegte Isolation kann in der Mitte der Fastenzeit gerade eine Chance sein, das, was uns normalerweise nie gelingt, in Angriff zu nehmen, in die Wüste zu gehen. Was wir aus eigener Kraft nie geschafft hätten, dazu werden wir jetzt durch äußere Bedingungen gezwungen. Vielleicht ist diese Erfahrung wichtig, vielleicht ist sie notwendig. Eins ist sicher, wir hätten sie unter „normalen“ Umständen nie gemacht.

Schon bald werden wir Ostern feiern. Jesus ist auferstanden, Pandemie hin oder her. Es wird wahrscheinlich das ungewöhnlichste Osterfest im Leben der meisten von uns sein. Ich weiß auch noch nicht, wie wir es feiern werden, aber das wird in diesem Jahr nicht entscheidend sein. Das Entscheidende ist, ob wir es glauben, dass er auferstanden ist, denn das hat Konsequenzen in unserem Leben. Sie sind noch viel tiefgreifender als die Pandemie des Coronavirus. 

Bleiben Sie gesund.

Ihr Pfarrer

P. Sławomir Rakus SVD