Katholische Pfarrei St. Marien Dresden-Cotta
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Pater Sylwester: ein Steyler Missionar wechselt von Dresden nach Mexiko

Dresden, 25.06.2019: Nach fast fünf Jahren in der Pfarrei Sankt Marien zu Dresden-Cotta zieht es Pater Sylwester Wydra vom Orden der Steyler Missionare nun wieder in die Mission. Mexiko soll es sein. Deshalb hieß am Wochenende vom 22. und 23. Juni: Abschied nehmen. Es sollte ein Abschied werden, den er so schnell nicht vergessen wird.

Die Überraschungen begannen bereits am Samstag Mittag, als immer mehr Gäste in Dresden-Cotta anreisten. Nicht nur die Familie wollte dieses Wochenende in Dresden verbringen, auch ein langjähriger Freund und Steyler Mitbruder aus der Provinz Polen, Pater Kristof.

Ein Abschied mit vielen Überraschungen

Da Pater Sylwester sehr musikalisch ist und Mitgründer der Steyler Musikapostel war, durften die Fratres aus Sankt Augustin mit ihren Instrumenten nicht fehlen. Sie folgten einer geheimen Einladung und sorgten bereits am Samstagabend bei der Überraschungsfeier der Gemeinde  für musikalische Unterstützung. Der Höhepunkt war der Festgottesdienst am Sonntag, den 23. Juni in Sankt Marien.

Die Gestaltung übernahmen der Gemeindechor und die Fratres aus Sankt Augustin unter der Leitung von Pater Agateus Ngala. Im Altarbereich nahmen 23 Ministranten Platz sowie einige Mitbrüder und Wegbegleiter (Pater Rakus SVD, Pater Joseph F. SVD, Pater Alex SVD, Pater Kristof SVD, Pater Josef Ullrich SJ und Diakon Josef C. SVD). Die Predigt hielt Pater Rakus als Pfarradministrator der Verantwortungsgemeinschaft Dresden Süd-West.

Zum Ende des Gottesdienstes gab es eine Reihe Abschiedsgrüße aus den Gemeinden der Verantwortungsgemeinschaft, von den Evangelischen Nachbargemeinden, der Vietnamesischen Gemeinde, der Koreanischen Gemeinde und der Leiterin des Ortsamtes.

Nach dem Gottesdienst wurde Pater Sylwester von den Kindern der Gemeinde mit Seifenblasen und Luftballons im Pfarrgarten begrüßt. Die Gemeinde und alle Gäste waren zu einem Frühschoppen mit anschließendem Kaffeetrinken und buntem Programm eingeladen, das durch die Gruppen und Kreise der Gemeinde gestaltet wurde.

Pater Sylwester: überrascht und sprachlos über dieses wunderschöne Wochenende


Man hörte Pater Sylwester an diesem Wochenende immer wieder sagen, wie dankbar er sei; aber auch, dass er stolz sei, ein Ordensmann der Steyler Missionare zu sein.
Mit vielen schönen Erinnerungen im Herzen müssen die Gemeindemitglieder ihn nun ziehen lassen und wünschen ihm Gottes Segen, viel Gesundheit und Freude bei den neuen Aufgaben.

Wo ein Abschied ist, darf aber ein herzliches Willkommen nicht fehlen: Im Gottesdienst wurde Pater Alex (SVD), als Nachfolger vorgestellt. Er wird nun die Aufgaben in der Gemeinde übernehmen. Dafür wünschen die Gemeindemitglieder auch ihm Gottes Segen und alles Gute.

Text: Konstanze Günther
Fotos: Rene Jungnickel

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EUROPAS ERBE ALS CHANCE?

Katholische Kirche und die Europäische Union

Kirche und Politik – so manch eine/r von uns Christ*innen hebt da vielleicht die Hand und meint: Kirche besinne dich auf deine Kernaufgabe, feiere die hl. Eucharistie und kümmere dich um die Verbreitung des Evangeliums und halte dich aus der Politik heraus.

Doch wie soll das funktionieren? Hier der Bereich Kirche – da der weltliche Bereich?

Hat sich nicht auch Jesus den Anfragen und Nöten seiner Zeit zugewandt? So mancher Anfrage aus dem Volk und den Herrschenden hat er sich gestellt. („gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist“)

Am 15. April trafen sich in St. Marien-Dresden-Cotta rund 50 Teilnehmer*innen, die mehr über den Zusammenhang der Katholischen Kirche und der Europäischen Union erfahren wollten. 

Eingeladen hatten dazu im Vorfeld der Europawahl die Pfarrei St. Marien Dresden-Cotta, die Katholische Akademie und die Kolpingfamilie.

Sylwester Wydra, Pfarrer von St. Marien, begrüßte Markus Vennewald von der COMECE in Brüssel, Martin Modschiedler vom Sächsischen Landtag und Hannes Koch aus der Staatskanzlei und die Gäste aus unterschiedlichen Gemeinden. Dr. Thomas Arnold moderierte den Abend, der durch Statements der Gäste und der anschließenden Diskussion informativ und kurzweilig war. 

So bekamen wir u.a. einen Einblick, welche nicht unbedeutende Rolle die Europäische Bischofskonferenz in der EU spielt und dass das heutige Zusammenwirken der EU auf dem Subsidiaritätsprinzip basiert, welches Oscar von Nell-Breuning, damaliger Berater von Pius XI. im Rahmen der berühmten Sozialenzyklika Quadragesimo von 1931 entwickelte und eben heut noch gilt; und auch  im Freistaat Sachsen, wie Herr Modschiedler und Herr Koch betonten.

Es wurde jedoch auch deutlich, dass die Bedeutung der Kirchen für die EU in den Gemeinden kaum bekannt ist. Der Wunsch, doch künftig mehr über die Wahrnehmung von Verantwortung der Kirche in Europa zu erfahren, verstärkte sich an diesem Abend deutlich. Ansporn genug für den Informationsbedarf war die Feststellung, dass die wenigsten der Anwesenden bis dato überhaupt von einer „Kommission der europäischen Bischöfe“ COMECE gehört hatten. 

Der Abend, der von den Teilnehmenden positiv-anregend wahrgenommen wurde, ging mit dem Gebet für Europa zu Ende:

Vater der Menschheit,

Herr der Geschichte!

Sieh auf diesen Kontinent,

dem du die Philosophen, die Gesetzgeber und die Weisen gesandt hast,

Vorläufer des Glaubens an deinen Sohn, der gestorben und wieder

auferstanden ist.

Sieh auf diese Völker, denen das Evangelium verkündet wurde,

durch Petrus und durch Paulus,

durch die Propheten, durch die Mönche und die Heiligen.

Sieh auf diese Regionen,

getränkt mit dem Blut der Märtyrer,

berührt durch die Stimme der Reformatoren.

Sieh auf diese Völker, durch vielerlei Bande miteinander verbunden,

und getrennt durch den Hass und den Krieg.

 

Gib, dass wir uns einsetzen

für ein Europa des Geistes,

das nicht nur auf wirtschaftlichen Verträgen gegründet ist,

sondern auch auf menschlichen und ewigen Werten:

Ein Europa, fähig zur Versöhnung,

zwischen Völkern und Kirchen,

bereit um den Fremden aufzunehmen,

respektvoll gegenüber jedweder Würde.


Gib, dass wir voll Vertrauen unsere Aufgabe annehmen,

jenes Bündnis zwischen den Völkern zu unterstützen und zu fördern,

durch das allen Kontinenten zuteilwerden soll

die Gerechtigkeit und das Brot,

die Freiheit und der Friede. AMEN.

Carlo Maria Kardinal Martini (1927–2012) 

 

Maria Groß

PGR- Vorsitzende

St. Marien Dresden-Cotta