Katholische Pfarrei St. Marien Dresden-Cotta
Wir sind Licht für die Welt

Aktuelles

Hier finden Sie die Auskunft über unsere Gottesdienstzeiten und die aktuellen Vermeldungen

Wort unseres Pfarrers 
 

Liebe Schwestern und Brüder,

liebe Gemeinde, 

eine unsichtbare Macht hat unser Leben auf den Kopf gestellt. Man kann das Virus nicht sehen, nicht hören, nicht riechen und nicht fühlen und doch ist es da. Menschen sterben daran.

Unser Alltag ist gewaltig beeinflusst, eingeschränkt und geregelt durch Sicherheitsbestimmungen. Viele wollen diese Realität nicht wahrhaben, bagatellisieren oder missachten die Vorschriften der Behörden, akzeptieren nicht die Einschränkung der persönlichen Freiheit. Damit setzen sie sich selbst und viele andere der Gefahr aus, angesteckt zu werden.

Auch das religiöse Leben unserer Gemeinden droht zum Erliegen zu kommen. Das gemeinsame Beten in den Zeiten der Not ist für viele eine Quelle der Kraft. Gerade die Mitte des Gemeindelebens, die gemeinsame Eucharistiefeier ist nicht mehr möglich. Das tut vielen von uns weh.

Die ersten Reaktionen auf diese Situation sind die Beistandsbekundungen und Lebenszeichen der Seelsorger (Bischöfe, Pfarrer, Ordensleute, Gemeindereferenten/innen), um den Gemeindemitgliedern Trost und Zuversicht zu spenden.

Das Internet ist inzwischen voll von Gebetstexten, spirituellen Impulsen und den Versuchen, die gegenwärtige Situation theologisch zu deuten. Das ist die große Chance unserer Zeit, auf diese Weise doch verbunden zu bleiben. Aber es birgt auch die Gefahr, in Aktionismus zu verfallen, zu denken, dass durch die Multiplizierung der Internetaktivitäten die Situation besser oder beherrschbar wird. 

Bei mir kommen die verschiedensten Erwartungen der Gemeindemitglieder an. Liebe Schwestern und Brüder, es ist mir bewusst, dass wir im Augenblick etwas erleben, was unser soziales Leben und damit auch unser religiöses Leben (unsere Frömmigkeit) grundlegend beeinflussen, ja sogar verändern wird. Ich persönlich habe keine allgemeingültige theologische Interpretation unserer jetzigen Situation anzubieten und auch kein Rezept für einen gelingenden religiösen Alltag. Ich bin in vielen Dingen, die von mir jetzt erwartet werden, völlig überfordert. Mit diesem Schreiben möchte ich Ihnen, liebe Schwestern und Brüder in den Gemeinden St. Marien, St. Antonius, St. Paulus und St. Petrus in Dresden sagen, ich bin bei Euch. Ich bete jeden Tag für Euch. Ich zelebriere jeden Tag in der Kirche in Löbtau die Eucharistie für Euch alle und für alle Menschen. 

Ich bitte Euch gerade jetzt zu Beginn dieser Ausnahmesituation um Geduld. Die uns auferlegte Isolation kann in der Mitte der Fastenzeit gerade eine Chance sein, das, was uns normalerweise nie gelingt, in Angriff zu nehmen, in die Wüste zu gehen. Was wir aus eigener Kraft nie geschafft hätten, dazu werden wir jetzt durch äußere Bedingungen gezwungen. Vielleicht ist diese Erfahrung wichtig, vielleicht ist sie notwendig. Eins ist sicher, wir hätten sie unter „normalen“ Umständen nie gemacht. 

Schon bald werden wir Ostern feiern. Jesus ist auferstanden, Pandemie hin oder her. Es wird wahrscheinlich das ungewöhnlichste Osterfest im Leben der meisten von uns sein. Ich weiß auch noch nicht, wie wir es feiern werden, aber das wird in diesem Jahr nicht entscheidend sein. Das Entscheidende ist, ob wir es glauben, dass er auferstanden ist, denn das hat Konsequenzen in unserem Leben. Sie sind noch viel tiefgreifender als die Pandemie des Coronavirus. 

Bleiben Sie gesund.

Ihr Pfarrer P. Sławomir Rakus SVD

 

Beschenkt durch die Gnadengaben Gottes sind  wir Licht für die Welt und tragen SEINE frohe Botschaft zu den Menschen
   Diesen Leitsatz haben sich die Gemeinden St. Antonius in Dresden Löbtau, St. Marien in Dresden Cotta, St. Paulus in Dresden-Plauen und St. Petrus in Dresden-Strehlen auf ihrem Weg hin zu einer künftigen gemeinsamen Pfarrei als Stärkung und Orientierung, als auch als geistlichen Auftrag für die kommende gemeinsame Zeit aus drei Textstellen des Neuen Testamentes gewählt.    Mit unserer Textilcollage möchten wir einladen, sich dem Leitsatz kreativ zu nähern und eigene Gedanken dazu entstehen zu lassen.  Welche Gedanken haben uns als Gestalterinnen dieser Textilcollage bewegt?  Wir sind getragen durch den dreieinen Gott. Aus dieser Zusage und dem Glauben daran ist uns deutlich, dass unser Tun und Handeln Geschenk und Gnade Gottes ist. Mit dieser Bewusstheit können wir im Vertrauen die Verschiedenheiten unserer vier Gemeinden und der dazugehörigen kirchlichen Orte als bereichernde Vielfalt in der Einheit annehmen. Die Wertschätzung der Vielfalt möge uns in der Gemeinschaft unserer kommenden Pfarrei stärken und stützen.  Wir müssen keinen Zweifel haben, dass uns das Leben in unserer neuen Gemeinschaft und das Wirken in der Gesellschaft gelingen wird. Die Kraft, dass es hell und freundlich wird, ist uns bereits mit allen nötigen Fähigkeiten zugesagt worden. Jesus sagt: Ihr seid das Licht der Welt.  
   Vor diesem „erhellten“ Hintergrund nehmen wir den Auftrag Jesu an die Apostel auch für uns an: „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung.“  Mit dieser Frohen Botschaft wollen die Menschen mit Gott in Verbindung bringen und sie auch aus unserem „Gemeinde-Kreis“ hinaustragen.  
   Beschenkt durch die Gnadengaben Gottes sind wir Licht für die Welt und tragen SEINE frohe Botschaft zu den Menschen.  
   Wir nehmen diese Zusage und dem Auftrag dankend an und gehen damit gestärkt in unsere Pfarrei und unser gesellschaftliches Leben.  
   Zu unseren Gedanken stehen wir Ihnen gern im Gespräch zur Verfügung. 

Gestalterinnen der Collage  Barbara Pietsch  Heidi Gutsche  Maria Groß

Pater Sylwester: ein Steyler Missionar wechselt von Dresden nach Mexiko

Dresden, 25.06.2019: Nach fast fünf Jahren in der Pfarrei Sankt Marien zu Dresden-Cotta zieht es Pater Sylwester Wydra vom Orden der Steyler Missionare nun wieder in die Mission. Mexiko soll es sein. Deshalb hieß am Wochenende vom 22. und 23. Juni: Abschied nehmen. Es sollte ein Abschied werden, den er so schnell nicht vergessen wird.

Die Überraschungen begannen bereits am Samstag Mittag, als immer mehr Gäste in Dresden-Cotta anreisten. Nicht nur die Familie wollte dieses Wochenende in Dresden verbringen, auch ein langjähriger Freund und Steyler Mitbruder aus der Provinz Polen, Pater Kristof.

Ein Abschied mit vielen Überraschungen

Da Pater Sylwester sehr musikalisch ist und Mitgründer der Steyler Musikapostel war, durften die Fratres aus Sankt Augustin mit ihren Instrumenten nicht fehlen. Sie folgten einer geheimen Einladung und sorgten bereits am Samstagabend bei der Überraschungsfeier der Gemeinde  für musikalische Unterstützung. Der Höhepunkt war der Festgottesdienst am Sonntag, den 23. Juni in Sankt Marien.

Die Gestaltung übernahmen der Gemeindechor und die Fratres aus Sankt Augustin unter der Leitung von Pater Agateus Ngala. Im Altarbereich nahmen 23 Ministranten Platz sowie einige Mitbrüder und Wegbegleiter (Pater Rakus SVD, Pater Joseph F. SVD, Pater Alex SVD, Pater Kristof SVD, Pater Josef Ullrich SJ und Diakon Josef C. SVD). Die Predigt hielt Pater Rakus als Pfarradministrator der Verantwortungsgemeinschaft Dresden Süd-West.

Zum Ende des Gottesdienstes gab es eine Reihe Abschiedsgrüße aus den Gemeinden der Verantwortungsgemeinschaft, von den Evangelischen Nachbargemeinden, der Vietnamesischen Gemeinde, der Koreanischen Gemeinde und der Leiterin des Ortsamtes.

Nach dem Gottesdienst wurde Pater Sylwester von den Kindern der Gemeinde mit Seifenblasen und Luftballons im Pfarrgarten begrüßt. Die Gemeinde und alle Gäste waren zu einem Frühschoppen mit anschließendem Kaffeetrinken und buntem Programm eingeladen, das durch die Gruppen und Kreise der Gemeinde gestaltet wurde.

Pater Sylwester: überrascht und sprachlos über dieses wunderschöne Wochenende


Man hörte Pater Sylwester an diesem Wochenende immer wieder sagen, wie dankbar er sei; aber auch, dass er stolz sei, ein Ordensmann der Steyler Missionare zu sein.
Mit vielen schönen Erinnerungen im Herzen müssen die Gemeindemitglieder ihn nun ziehen lassen und wünschen ihm Gottes Segen, viel Gesundheit und Freude bei den neuen Aufgaben.

Wo ein Abschied ist, darf aber ein herzliches Willkommen nicht fehlen: Im Gottesdienst wurde Pater Alex (SVD), als Nachfolger vorgestellt. Er wird nun die Aufgaben in der Gemeinde übernehmen. Dafür wünschen die Gemeindemitglieder auch ihm Gottes Segen und alles Gute.

Text: Konstanze Günther
Fotos: Rene Jungnickel

  • Foto: Rene Jungnickel
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EUROPAS ERBE ALS CHANCE?

Katholische Kirche und die Europäische Union

Kirche und Politik – so manch eine/r von uns Christ*innen hebt da vielleicht die Hand und meint: Kirche besinne dich auf deine Kernaufgabe, feiere die hl. Eucharistie und kümmere dich um die Verbreitung des Evangeliums und halte dich aus der Politik heraus.

Doch wie soll das funktionieren? Hier der Bereich Kirche – da der weltliche Bereich?

Hat sich nicht auch Jesus den Anfragen und Nöten seiner Zeit zugewandt? So mancher Anfrage aus dem Volk und den Herrschenden hat er sich gestellt. („gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist“)

Am 15. April trafen sich in St. Marien-Dresden-Cotta rund 50 Teilnehmer*innen, die mehr über den Zusammenhang der Katholischen Kirche und der Europäischen Union erfahren wollten. 

Eingeladen hatten dazu im Vorfeld der Europawahl die Pfarrei St. Marien Dresden-Cotta, die Katholische Akademie und die Kolpingfamilie.

Sylwester Wydra, Pfarrer von St. Marien, begrüßte Markus Vennewald von der COMECE in Brüssel, Martin Modschiedler vom Sächsischen Landtag und Hannes Koch aus der Staatskanzlei und die Gäste aus unterschiedlichen Gemeinden. Dr. Thomas Arnold moderierte den Abend, der durch Statements der Gäste und der anschließenden Diskussion informativ und kurzweilig war. 

So bekamen wir u.a. einen Einblick, welche nicht unbedeutende Rolle die Europäische Bischofskonferenz in der EU spielt und dass das heutige Zusammenwirken der EU auf dem Subsidiaritätsprinzip basiert, welches Oscar von Nell-Breuning, damaliger Berater von Pius XI. im Rahmen der berühmten Sozialenzyklika Quadragesimo von 1931 entwickelte und eben heut noch gilt; und auch  im Freistaat Sachsen, wie Herr Modschiedler und Herr Koch betonten.

Es wurde jedoch auch deutlich, dass die Bedeutung der Kirchen für die EU in den Gemeinden kaum bekannt ist. Der Wunsch, doch künftig mehr über die Wahrnehmung von Verantwortung der Kirche in Europa zu erfahren, verstärkte sich an diesem Abend deutlich. Ansporn genug für den Informationsbedarf war die Feststellung, dass die wenigsten der Anwesenden bis dato überhaupt von einer „Kommission der europäischen Bischöfe“ COMECE gehört hatten. 

Der Abend, der von den Teilnehmenden positiv-anregend wahrgenommen wurde, ging mit dem Gebet für Europa zu Ende:

Vater der Menschheit,

Herr der Geschichte!

Sieh auf diesen Kontinent,

dem du die Philosophen, die Gesetzgeber und die Weisen gesandt hast,

Vorläufer des Glaubens an deinen Sohn, der gestorben und wieder

auferstanden ist.

Sieh auf diese Völker, denen das Evangelium verkündet wurde,

durch Petrus und durch Paulus,

durch die Propheten, durch die Mönche und die Heiligen.

Sieh auf diese Regionen,

getränkt mit dem Blut der Märtyrer,

berührt durch die Stimme der Reformatoren.

Sieh auf diese Völker, durch vielerlei Bande miteinander verbunden,

und getrennt durch den Hass und den Krieg.

 

Gib, dass wir uns einsetzen

für ein Europa des Geistes,

das nicht nur auf wirtschaftlichen Verträgen gegründet ist,

sondern auch auf menschlichen und ewigen Werten:

Ein Europa, fähig zur Versöhnung,

zwischen Völkern und Kirchen,

bereit um den Fremden aufzunehmen,

respektvoll gegenüber jedweder Würde.


Gib, dass wir voll Vertrauen unsere Aufgabe annehmen,

jenes Bündnis zwischen den Völkern zu unterstützen und zu fördern,

durch das allen Kontinenten zuteilwerden soll

die Gerechtigkeit und das Brot,

die Freiheit und der Friede. AMEN.

Carlo Maria Kardinal Martini (1927–2012) 

 

Maria Groß

PGR- Vorsitzende

St. Marien Dresden-Cotta