Gemeinde St. Marien Dresden-Cotta
der Röm.-kath. Pfarrei Selige Märtyrer vom Münchner Platz

Aktuelles

Hier finden Sie die Auskunft über unsere Gottesdienstzeiten und die aktuellen Vermeldungen

  • Beim ersten Spaziergang
  • Zusammen mit P. Wieslaw Skowronski nach dem ersten gemeinsamen Gottesdienst
  • Frühstück
  • Graffiti auf unserem Haus 1
  • Graffiti auf unserem Haus 2
  • Herz Jesu Kirche_1
  • Mit LH bin ich geflogen

Liebe Freunde, ich hoffe, dass es Euch allen gut geht!                    

Am Sonntag, 28.06. bin ich endlich in Mexiko gelandet. Wegen COVID 19 habe ich einige Monate bei meinen Eltern verbracht. Von einer Seite war das, wegen der Gefahr der Krankheit und allen Maßnahmen, eine schwierige Erfahrung. Von der anderen Seite bin ich dankbar für diese Zeit, die mir bei meinen Eltern, in meinem Heimatdorf Bielice und in meiner Heimatpfarrei geschenkt wurde.

Ein paar Tage vor der Reise nach Mexiko habe ich in Sankt Augustin verbracht, wo ich mich von meinen Mitbrüdern verabschieden konnte. Die Reise selbst, trotz der COVID 19 Maßnahmen, ist sehr angenehm gelaufen. Es waren 11 Stunden Flug mit dem Mundschutz. Am Flughafen in Mexiko gab es keine größeren Probleme. Man hat mir nur die Wurst aus Polen konfisziert. Schade…! Doch hat die Frau Zöllner die eine Wurst gefunden. Nach der anderen hat sie gesucht und nicht gefunden… ;)           

Am Flughafen hat mich mein Mitbruder Wieslaw abgeholt. Die Reise bis zu unserem haus in Copilco Bajo hat knapp eine halbe Stunde gedauert. Wegen COVID 19 war in der Stadt nicht viel los.

Ich wohne in einem Steyler Haus, das zu der Herz Jesu Pfarrei gehört und nicht weit von der Uni liegt. Hier wohnen drei Mitbrüder: ein Pole (der Pfarrer), ein Irländer (der momentan nicht da ist) und ein Indonesier. Es ist also, wie es bei uns Steylern ist, eine internationale Gemeinschaft.           

Wir haben hier auch eine mexikanische Haushälterin, die richtig mexikanisch kocht. Schon zum frühstück ziemlich scharf z.B. Nachos in der Scharfsoße oder andere Sorten von Maiskuchen mit Bohnen. Bis jetzt hat mir alles geschmeckt.

Mit Wieslaw habe ich schon meine ersten Spaziergänge gemacht.  In der Umgebung wohnt, würde ich sagen, die Mittelschicht.           

Wegen COVID19 kann ich noch nicht sagen, wann ich mit dem Sprachkurs an der Uni anfangen soll. Ich bin doch froh, dass ich schon hier bin. Durch diese Ausnahmesituation kann ich vielleicht die Realität ganz anders und langsamer auf mich zukommen lassen. Die Kirchen sind bis zum 13. Juli geschlossen. Die Gottesdienste feiern wir nur unter uns in der Kirche ohne Volk. Nach Guadalupe kann ich auch noch nicht fahren bzw. macht es keinen Sinn dorthin zu fahren, wenn alles zu ist. Ebenso ist mit den anderen Sehenswürdigkeiten, die man am Anfang sehen möchte. Ich kann mich mehr darauf konzentrieren, mich in meinem neuen Haus zu installieren und mich hier zuhause fühlen. Mit dem Sprachkurs mache ich Online mit Babbelsprachkurs weiter.

Im Anhang findet Ihr die ersten Fotos.                      

Ich sende Euch allen und Euren Familien ganz liebe Grüße aus Mexiko! Bleibt alle gesund und ich bleibe mit Euch in meinen Gebeten Verbunden. Alles Gute und Gottes Segen an Alle!          

Sylwester

 

Dresden, am Fest Christi Himmelfahrt 2020

Liebe Schwestern und Brüder in den Gemeinden St. Marien/Cotta, St. Antonius/Löbtau, St. Paulus/Plauen und St. Petrus/Strehlen,

am 1. Juni 2020 wird aus unserer Verantwortungsgemeinschaft Dresden Süd-West heraus die Pfarrei der Seligen Märtyrer vom Münchner Platz gegründet. Das geschieht am Pfingstmontag, dem Fest des Heiligen Geistes. Wir haben uns auf dieses Ereignis lange Wochen und Monate vorbereitet.

Es ist mir ein Herzensanliegen, mich, bevor das Ereignis eintritt, mit einigen Zeilen an Sie zu wenden. In der Novene zum Heiligen Geist beten wir vor Pfingsten unter anderem: „Komm Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe“ und auch „Sende aus deinen Geist und alles wird neu geschaffen und du wirst das Angesicht der Erde erneuern“. Damit bringen wir unsere Überzeugung zum Ausdruck, dass Gott in unserer Welt und in der Kirche am Werk ist. Die Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen hat eine sichtbare, eine unvollkommene Dimension, denn sie besteht aus schwachen, sündigen Menschen. Aber die Kirche hat noch eine unsichtbare, eine spirituelle Dimension, ein Fundament, das nicht von Menschenhand erschaffen wurde. Gott ist ihr Fundament, Jesus Christus ist ihr Haupt und der Heilige Geist ist die Kraft, die sie belebt und immer wieder erneuert. Wenn es nicht so wäre, gäbe es die Kirche schon längst nicht mehr, denn aus menschlicher Kraft allein könnte sie nicht bestehen.

Wir, die wir uns in der neuen Pfarrei der Seligen Märtyrer vom Münchner Platz zusammenfinden, sind ein Teil dieser Kirche. Auf dem Weg zur Neugründung haben wir vieles erlebt. Wir haben diskutiert und gerungen, wir haben geplant und organisiert, wir haben Höhen erlebt und Tiefen durchlitten - und am Ende dieses Weges macht uns die Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen und Verboten einen Strich durch die Rechnung. Wir können unsere Bemühungen nicht so feiern, wie wir uns das gewünscht und wie wir es geplant haben. Am Pfingstmontag wird es eine juristische Gründung der Pfarrei geben. Es wurde entschieden, die dazugehörende feierliche Liturgie mit unserem Bischof und das Gemeindefest zu verschieben, da es unter den aktuellen Umständen nicht möglich wäre, sie wirklich als eine Feier durchzuführen und dazu eine möglichst große Zahl der Gemeindemitglieder einzuladen.

Haben wir die Zeichen der Zeit richtig erkannt? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, haben wir vor einigen Jahren einen Erkundungsprozess angefangen. Dieser Prozess ist noch lange nicht zu Ende und wir werden ihn als neu gegründete Pfarrei weiter führen. Viele Fragen bleiben noch offen, aber ein Prozess ist ein lebendiges Geschehen, das uns helfen soll, uns immer wieder neu auszurichten und uns der Herausforderungen der Zeit zu stellen. Helfen soll uns dabei unser biblisch begründeter Auftrag, in dem wir zusammengefasst haben, was uns wichtig ist und wohin wir wollen.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die auf dem Weg zur Neugründung ihren Beitrag geleistet haben. Ich bedanke mich bei allen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen, Gremien, Gruppen und Kreisen, bei allen Familien und Einzelpersonen, bei allen Jüngeren und Älteren, kurz bei jedem, der sich eingebracht hat. Bedanken möchte ich mich für die konkrete, tatkräftige Unterstützung von so vielen, oft unsichtbar und im Hintergrund, aber auch für Ideen, Vorschläge, gute Gedanken und konstruktive Kritik. Das alles war ein wichtiger Beitrag für die Neugründung der Pfarrei. Zum Schluss bitte ich Sie und Euch alle um das Gebet für unser gemeinsames Werk. Nur mit Gottes Hilfe kann dieses Werk gelingen. In den vergangenen Tagen haben mich die Worte unseres Stifters Arnold Janssen bei der Gründung unseres Mutterhauses in Steyl am 8. September 1875 begleitet. Er sagte damals sinngemäß: Hoffen wir, dass mit der Gnade Gottes etwas wird aus diesem Werk. Wird nichts daraus, dann müssen wir uns auf die Brust schlagen und sagen, wir waren der Gnade Gottes nicht wert.

Liebe Schwestern und Brüder, ich lade Sie und Euch auf diesen gemeinsamen Weg ein. Es ist ein Wagnis, wie so vieles im Leben, aber mit Gottes Hilfe wird es gelingen, dessen bin ich mir sicher. Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Pfingstfest.

Ihr Pfarrer P. Sławomir Rakus SVD

Liebe Angehörige der Pfarrei St. Marien,
am Pfingstmontag, den 1. Juni 2020 wird durch unseren Bischof Heinrich Timmerevers die Neugründung unserer Pfarrei „Selige Märtyrer vom Münchner Platz“ vollzogen. Unsere Pfarrei St. Marien wird dadurch rechtlich gelöscht und als Gemeinde St. Marien in der neuen Pfarrei aufgehen. Unsere Gruppen und Kreise und unsere Gemeinschaften, ob Klein ob Groß, Jung oder Alt, werden nach den Einschränkungen der derzeitigen Pandemie hoffentlich wieder wie gewohnt ihren Aktivitäten in Gemeinschaft nachgehen. Für die Gremien (Pfarrgemeinderat und Kirchenrat) jedoch wird es neue Regelungen und Zuständigkeiten geben. Auch die Bankverbindung unserer Pfarrei wird sich ändern. Daher bitten wir Sie, für die Überweisungen und Daueraufträge der freiwilligen Kirchgelder und Spenden, ab dem 1.6.2020 das nachstehende neue Konto zu verwenden:
Empfänger: Röm.-Kath. Pfarrei Selige Märtyrer vom Münchner Platz
IBAN: DE59 7509 0300 0008 2288 33
BIC: GENODEF1M05
Bankinstitut: LIGA Bank eG
Verwendungszweck: Kirchgeld für St. Marien oder Spende für St. Marien

Mit der Angabe des Verwendungszweckes (Kirchgeld oder Spende) mit dem Zusatz für St. Marien ist die pfarreiinterne Zuordnung für unsere Gemeinde sichergestellt.
Allen bisherigen Unterstützern möchten wir an dieser Stelle nochmals herzlich danken. Gerade in der Zeit der Coronakrise sind wir weiterhin auf Ihre Großzügigkeit angewiesen. Wir freuen uns auch über jeden zusätzlichen Spender für die vielfältigen Aufgaben unserer Gemeinde. Für Ihre Ideen zu zweckgebundenen Spenden sprechen Sie uns gerne an.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Kirchenrat von St. Marien
S. Rakus SVD, R. Garrelts, M. Matuszczak, D. Palme, U. Schebiella, H. Mangold

AKTUELLE INFORMATION ZU DEN GOTTESDIENSTEN  STAND 25.04.2020 
Liebe Gemeinde,  basierend auf der seit 20. April 2020 geltenden Corona-Schutzverordnung sind Gottesdienste unter strengen Auflagen mit maximal 15 Teilnehmenden möglich. Vor diesem Hintergrund bieten wir wieder Gottesdienste zu den üblichen Zeiten in jeder Gemeinde unserer Verantwortungsgemeinschaft an. Auf Grund der Beschränkungen finden auch zusätzliche Werktagsgottesdienste statt, ebenso bleibt der Livestreamgottesdienst als Gottesdienst für alle weiterhin erhalten.

Überblick der Gottesdienste unserer Verantwortungsgemeinschaft:


St. Marien

Cotta

St. Antonius

Löbtau

St. Paulus

Plauen

St. Petrus

Strehlen

Montag



19.00

Messe der KSG


Dienstag

18.00

Hl. Messe

09.00

Hl. Messe

08.30

Hl. Messe

08.30

Hl. Messe

Mittwoch

09.00

Hl. Messe

18.00

Hl. Messe

19.00

Hl. Messe

19.00

Hl. Messe

Donnerstag

09.00

Hl. Messe

18.00

Hl. Messe

08.30

Hl. Messe

08.30

Hl. Messe

Freitag

18.00

Hl. Messe

09.00

Hl. Messe

19.00

Hl. Messe

19.00

Hl. Messe

Samstag

17.00

Hl. Messe

18.30

Hl. Messe

17.00

Hl. Messe

18.30

Hl. Messe

Sonntag

09.00

Hl. Messe

10.30

Hl. Messe

10.00

Hl. Messe als Livestreamgottesdienst

10.30

Hl. Messe

Um sicherzustellen, dass nicht mehr als 15 Personen am Gottesdienst teilnehmen und ggf. eine Rückverfolgbarkeit für das Gesundheitsamt gegeben ist, haben sich die Vorstände der vier Pfarrgemeinderäte mit dem leitenden Pfarrer unserer Verantwortungsgemeinschaft Pater Sławomir Rakus SVD auf ein Anmeldeverfahren verständigt.

Ausführliche Details dazu können Sie hier nachlesen.

Mit diesem Anmeldeverfahren können sich Teilnehmer*innen hier in eine Online-Liste eintragen.

Eine Anmeldung ist auch telefonisch über das Pfarrbüro dienstags und mittwochs möglich: 0351 4213273. Die Liste wird wöchentlich aktualisiert und ggf. an geänderte Vorgaben angepasst.

Bitte beachten Sie, dass wir uns weiterhin in einer nicht zu unterschätzenden Notsituation befinden. Aus diesem Grund bitten wir Sie, gegenseitig Rücksicht zu nehmen bei der Wahl der Gottesdienste und nach Möglichkeit auch auf Werktage auszuweichen. Ebenso möchten wir uns dem Appell von Bischof Heinrich Timmerevers anschließen und die Risikogruppen bitten, die Situation für sich genau zu analysieren und kein unnötiges Risiko einzugehen.  

Ihr Pfarrgemeinderat


Wort unseres Pfarrers  

Ostern 2020

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gemeinde,

eine tiefe Sehnsucht wohnt in mir, eine Sehnsucht nach Unvergänglichkeit und Dauer, eine Sehnsucht danach, unvergessen zu bleiben. Diese Sehnsucht ergreift mich zu Ostern bei der Feier des Triduums (des Leidens, des Sterbens und der Auferstehung Jesu) immer wieder aufs Neue. Es ist eine Sehnsucht nach etwas mehr als nur dem Diesseits. Bin ich mit dieser Sehnsucht allein? Auf der Suche nach der Antwort auf diese Frage versuche ich einen Blick zu werfen auf die Erfahrungen anderer Menschen, auf die Erfahrungen anderer Religionen. Ich stelle fest, dass Menschen aller Generationen, anderer Religionen und Kulturen sich mit diesem Thema auseinandergesetzt haben und dass sie meine Sehnsucht teilen. Die Religionen Indiens (Hinduismus und Buddhismus) sprechen von Seelenwanderung, Reinkarnation und Wiedergeburt, im Islam wird den Gläubigen nach dem Tod das Paradies versprochen und Jahwe, Gott Abrahams, Gott Isaaks und Jakobs, lässt sich erkennen als Gott der Lebenden und nicht der Toten. Auch die europäische Antike strebt nach Besonderheit, nach Taten und Werken, die ihre Autoren unvergesslich machen, damit sich die Nachwelt an ihre Namen erinnert. Im Mittelalter suchen die Alchemisten nach dem Elixier der Jugend und der Unsterblichkeit. Ich bin also mit meiner Sehsucht nicht allein und kein Sonderling. Die ganze Menschheit ist von der Idee, unsterblich zu sein, fasziniert, man findet sie in allen Kulturen und Religionen. Wie eine Ernüchterung erklingt mitten in dieser Faszination der Ruf des Psalmisten „unser Leben wird 70 Jahre und wenn es hoch kommt, sind es 80“. Ja, wir beherrschen es nicht, unser Leben beliebig zu verlängern. Es gibt wissenschaftliche Versuche und Experimente, um Lebewesen zu klonen, um Lebewesen im Reagenzglas zu erschaffen, wir spielen sehr gerne Gott. Aber es gelingt uns doch nicht. Dazu kommt noch im Krieg oder bei einer Pandemie die Erfahrung, wie zerbrechlich das Leben ist. So wird das Bild unserer Ohnmacht vollkommen, wir können das Leben nicht nur nicht erschaffen und nicht verlängern, sondern wir können sogar das Leben nicht immer retten. Dabei ist es uns bewusst, dass das Leben (das unsere und das der anderen Lebewesen) das Wertvollste ist, was wir haben und was es auf unserem Planeten gibt. Es ist einmalig, unverwechselbar, einzigartig. Aber was ist mit den Scharen der Namenlosen, die vor uns da waren und uns vorausgegangen sind? Wo sind sie jetzt? Wofür sind diese 70 bis 80 Jahre gut? War das alles? Hat sich Jesus diese Fragen gestellt? Was gab Ihm Kraft, freiwillig den Tod für andere auf sich zu nehmen? Wenn ich in der Karwoche seinen Weg betrachte, den Weg vom letzten Abendmahl über Getsemani bis zur Verurteilung, den Weg des Kreuzes auf die Stätte Golgota, den Weg des Todes bis zur Auferstehung am Ostermorgen, dann muss ich feststellen, dass nur eine tiefe Verbindung mit dem Vater ihm die nötige Kraft geben konnte. Er war uns Menschen in allem gleich, hatte also auch keine Garantie, dass alles gut gehen wird, dass er auf jeden Fall auferstehen wird. Er hat Ängste ausgestanden, weil er nicht wusste, was ihn danach erwartet und ob es überhaupt ein Danach gibt. Getragen hat ihn tiefer Glaube, die Hoffnung und die Liebe zu seinem Vater, die Kardinaltugenden, die auch uns, Menschen in seiner Nachfolge, Halt geben.  

Liebe Schwestern und Brüder, wir feiern in diesem Jahr ein Osterfest, das wegen der äußeren Umstände (Corona-Pandemie) ganz anders ist als alles, was wir bis jetzt gekannt haben. Wir müssen andere Formen finden, unseren Glauben auszudrücken, als wir sie bis jetzt gekannt haben. Aber der Kern der Osterbotschaft bleibt. Unser Leben, wie wir es kennen, hat nur einen Sinn und eine Zukunft, wenn Jesus auferstanden ist. Und Er ist wahrhaftig auferstanden. Das glaube ich - und diesen Glauben und die Sehnsucht danach wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen.

Ihr Pfarrer P. Sławomir Rakus SVD


1. April 2020

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gemeinde,

ich sitze heute früh, am 1. April 2020, an meinem Schreibtisch, lese die Texte des kommenden Palmsonntags und denke nach. Der Tag beginnt. Es wird langsam hell. Ich genieße die für diese Zeit ungewöhnliche Ruhe und Stille vor meinem Fenster. Alles, was um mich herum passiert, die Corona-Pandemie mit allen ihren Konsequenzen, kommt mir wie ein schlechter Aprilwitz vor. Ist das wirklich wahr? Ist das real, oder ist es ein böser Traum, aus dem ich jeden Augenblick erwachen werde? Es ist kein Traum. Es ist eine Realität, die ich nicht haben will, die niemand haben will. Es ist eine Realität, die mich unausweichlich dazu bringt, mich zu fragen, welchen Sinn das alles hat? Anstatt mich auf den triumphalen Einzug Jesu nach Jerusalem (Liturgie des Palmsonntags) zu konzentrieren, denke ich über die Fragen nach, die sich Hiob gestellt hat, warum passieren solche Dinge? Warum passiert es mir? Warum lässt Gott so etwas zu? - Und, ich habe darauf keine Antwort. Ich, der aufgeklärte Mensch des XXI. Jahrhunderts, bin machtlos angesichts eines kleinen Virus. Ich bin hilflos gegenüber einer Krankheit, obwohl die Menschheit bereits Hunderte vergleichbare Krankheiten besiegt hat. Ich habe auch, trotz meines Theologiestudiums, keine Antwort auf die Frage, warum Gott das zulässt. Ich habe aber schon lange verstanden, dass die Logik Gottes nicht die meine ist (Eure Gedanke sind nicht meine Gedanken und meine Wege sind nicht eure Wege). Wenn also, wie ich glaube, das Wirken Gottes in unserer Welt nach einem Plan geschieht, wenn er nicht willkürlich handelt und in seinem Handeln eine Botschaft versteckt ist, dann frage ich mich, was will er mir (uns) sagen und warum tut er das auf diese schmerzhafte Weise?

Wir Menschen nach dem Ende des II. Weltkriegs, nach dem II. Vatikanischen Konzil, nach der friedlichen Revolution in Europa und dem Fall der Berliner Mauer haben angenommen, dass das Leben in Frieden, das ungebremste Wachstum der Wirtschaft, der Wohlstand (abgesehen von einigen Zwischenfällen, wo die Finanzmärkte zusammengebrochen sind) eine Selbstverständlichkeit sind. Wir haben angenommen, dass wir dieses schöne Leben unserer Intelligenz und unserem Fleiß zu verdanken haben. Und wir haben uns eingebildet, dass wir dieses Leben unter Kontrolle haben. Ein kleines Virus hat keinen Respekt vor unserem Planen und Tun, es wirft unsere Welt aus der Bahn. Es wirft meine Welt völlig aus der Bahn. Das Virus greift das Wesen unseres Menschseins an, indem es die sozialen Kontakte verhindert. Es greift unsere auf sozialen Kontakten aufgebaute Gesellschaft an und führt zu Isolation und Vereinsamung. Es greift unseren Wohlstand an, indem es aus Angst vor der Ansteckung die Arbeit in einer Gemeinschaft unmöglich macht. Das Virus greift mein religiöses Leben an, den Kern meines Wirkens als Pfarrer, das Leben unserer Gemeinden, das Leben der Kirche. Denn die Gemeinschaft gehört zum Leben der Kirche. Die gemeinschaftliche Eucharistiefeier gehört zum Kern des kirchlichen Lebens und zum Kern des Gemeindelebens. Warum lässt Gott das zu? Was ist seine Botschaft, wenn alles, was wichtig ist, wegzubrechen droht, wenn vieles, was mein religiöses Leben ausgemacht hat, nicht mehr möglich ist, wenn die ganze kirchliche Praxis in Frage gestellt wird? Warum ist auf einmal möglich, was früher nicht möglich war? Wohin soll ich mich wenden? Wo finde ich Antwort? Wo finde ich Zuflucht?

Liebe Schwestern und Brüder, ich habe auf Jesus geschaut. Zunächst auf den Jesus am Palmsonntag, wo ich nach meiner menschlichen Logik ein Paradox entdecke, wo in einer einzigen liturgischen Feier der Triumph des Königs und die Schande des Kreuzes verkündet wird. Ich schaue auf das Leben von Jesus, wie es die Evangelien überliefern, ein Leben voller Widersprüche und Missverständnisse. Ein Leben für Gott und für die Menschen, ein Leben in Aktion und in Kontemplation, ein Leben mitten unter den Menschen und in der Einsamkeit auf dem Berg, in der Wüste an einem einsamen Ort. Ich schaue auf sein Leben, gerade jetzt an der Schwelle zur Karwoche, und stelle fest, dass er die Antwort auf alle meine Fragen ist. Wann hat er verstanden, dass seine Beziehung zum Vater und seine Sendung zu uns Menschen gar nichts mit unserer menschlichen Logik zu tun haben? War das bei der Taufe im Jordan, als mitten in der Menge eine göttliche Stimme sagte: “Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“ Oder war es bei der Hochzeit zu Kana, als er zu Maria auf ihre Bitte sagte: „Was willst du von mir Frau, meine Stunde ist noch nicht gekommen?“, und dann doch das Wasser in den Wein verwandelt hat. Oder war es in der Wüste, als der Versucher im sagte: „Wenn du Gottes Sohn bist…“. Wann hat er verstanden, dass das, was nach unserer menschlichen Logik ein Scheitern ist, zum Wesen seiner Mission gehört, dass das, was wir Menschen als Scheitern verstehen, in Wirklichkeit kein Scheitern ist. Es gehört zum Kern der Sendung und der Botschaft. Wann hat er verstanden, dass der Weg zur Fülle des Lebens durch das Kreuz führt, durch Einsamkeit und Leid, durch Missverständnis und Abgestoßensein?

Liebe Schwestern und Brüder, unsere jetzige Situation angesichts der Bedrohung durch das Virus, angesichts von allem, was nach menschlichen Maßstäben zugrunde geht, erinnert mich sehr stark an die letzten Tage Jesu. Wir sehen darin nur eine Bedrohung, ein Scheitern und einen Zusammenbruch. Auch Jesus wollte dem Kreuz ausweichen. Er hat den Vater nach einem anderen Weg gefragt, bis er verstanden hat, dass die scheinbare Tragödie nur ein Übergang ist. Das Kreuz und das Leid, die Einsamkeit und Verlassenheit sind nur eine Quelle der Erneuerung. Ich habe darin eine religiöse Antwort für mich gefunden. Die heutige Misere wird eines Tages (auch wenn es heute schwer zu glauben ist) vorbei sein. Das war den Jüngern Jesu am Karfreitag auch nicht bewusst. Die heutige Situation ist nur ein Übergang zu einer neuen Realität, die wir begreifen werden, wenn alles vorbei ist, in der Begegnung mit dem Auferstandenen am Ostermorgen.

Ich wünsche Ihnen an diesem einzigartigen Osterfest meines Lebens Gesundheit und Gottes Segen.

Ihr Pfarrer P. Sławomir Rakus SVD

20. März 2020

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gemeinde, 

eine unsichtbare Macht hat unser Leben auf den Kopf gestellt. Man kann das Virus nicht sehen, nicht hören, nicht riechen und nicht fühlen und doch ist es da. Menschen sterben daran.

Unser Alltag ist gewaltig beeinflusst, eingeschränkt und geregelt durch Sicherheitsbestimmungen. Viele wollen diese Realität nicht wahrhaben, bagatellisieren oder missachten die Vorschriften der Behörden, akzeptieren nicht die Einschränkung der persönlichen Freiheit. Damit setzen sie sich selbst und viele andere der Gefahr aus, angesteckt zu werden.

Auch das religiöse Leben unserer Gemeinden droht zum Erliegen zu kommen. Das gemeinsame Beten in den Zeiten der Not ist für viele eine Quelle der Kraft. Gerade die Mitte des Gemeindelebens, die gemeinsame Eucharistiefeier ist nicht mehr möglich. Das tut vielen von uns weh.

Die ersten Reaktionen auf diese Situation sind die Beistandsbekundungen und Lebenszeichen der Seelsorger (Bischöfe, Pfarrer, Ordensleute, Gemeindereferenten/innen), um den Gemeindemitgliedern Trost und Zuversicht zu spenden.

Das Internet ist inzwischen voll von Gebetstexten, spirituellen Impulsen und den Versuchen, die gegenwärtige Situation theologisch zu deuten. Das ist die große Chance unserer Zeit, auf diese Weise doch verbunden zu bleiben. Aber es birgt auch die Gefahr, in Aktionismus zu verfallen, zu denken, dass durch die Multiplizierung der Internetaktivitäten die Situation besser oder beherrschbar wird. 

Bei mir kommen die verschiedensten Erwartungen der Gemeindemitglieder an. Liebe Schwestern und Brüder, es ist mir bewusst, dass wir im Augenblick etwas erleben, was unser soziales Leben und damit auch unser religiöses Leben (unsere Frömmigkeit) grundlegend beeinflussen, ja sogar verändern wird. Ich persönlich habe keine allgemeingültige theologische Interpretation unserer jetzigen Situation anzubieten und auch kein Rezept für einen gelingenden religiösen Alltag. Ich bin in vielen Dingen, die von mir jetzt erwartet werden, völlig überfordert. Mit diesem Schreiben möchte ich Ihnen, liebe Schwestern und Brüder in den Gemeinden St. Marien, St. Antonius, St. Paulus und St. Petrus in Dresden sagen, ich bin bei Euch. Ich bete jeden Tag für Euch. Ich zelebriere jeden Tag in der Kirche in Löbtau die Eucharistie für Euch alle und für alle Menschen. 

Ich bitte Euch gerade jetzt zu Beginn dieser Ausnahmesituation um Geduld. Die uns auferlegte Isolation kann in der Mitte der Fastenzeit gerade eine Chance sein, das, was uns normalerweise nie gelingt, in Angriff zu nehmen, in die Wüste zu gehen. Was wir aus eigener Kraft nie geschafft hätten, dazu werden wir jetzt durch äußere Bedingungen gezwungen. Vielleicht ist diese Erfahrung wichtig, vielleicht ist sie notwendig. Eins ist sicher, wir hätten sie unter „normalen“ Umständen nie gemacht. 

Schon bald werden wir Ostern feiern. Jesus ist auferstanden, Pandemie hin oder her. Es wird wahrscheinlich das ungewöhnlichste Osterfest im Leben der meisten von uns sein. Ich weiß auch noch nicht, wie wir es feiern werden, aber das wird in diesem Jahr nicht entscheidend sein. Das Entscheidende ist, ob wir es glauben, dass er auferstanden ist, denn das hat Konsequenzen in unserem Leben. Sie sind noch viel tiefgreifender als die Pandemie des Coronavirus. 

Bleiben Sie gesund.

Ihr Pfarrer P. Sławomir Rakus SVD

 

Beschenkt durch die Gnadengaben Gottes sind  wir Licht für die Welt und tragen SEINE frohe Botschaft zu den Menschen
   Diesen Leitsatz haben sich die Gemeinden St. Antonius in Dresden Löbtau, St. Marien in Dresden Cotta, St. Paulus in Dresden-Plauen und St. Petrus in Dresden-Strehlen auf ihrem Weg hin zu einer künftigen gemeinsamen Pfarrei als Stärkung und Orientierung, als auch als geistlichen Auftrag für die kommende gemeinsame Zeit aus drei Textstellen des Neuen Testamentes gewählt.    Mit unserer Textilcollage möchten wir einladen, sich dem Leitsatz kreativ zu nähern und eigene Gedanken dazu entstehen zu lassen.  Welche Gedanken haben uns als Gestalterinnen dieser Textilcollage bewegt?  Wir sind getragen durch den dreieinen Gott. Aus dieser Zusage und dem Glauben daran ist uns deutlich, dass unser Tun und Handeln Geschenk und Gnade Gottes ist. Mit dieser Bewusstheit können wir im Vertrauen die Verschiedenheiten unserer vier Gemeinden und der dazugehörigen kirchlichen Orte als bereichernde Vielfalt in der Einheit annehmen. Die Wertschätzung der Vielfalt möge uns in der Gemeinschaft unserer kommenden Pfarrei stärken und stützen.  Wir müssen keinen Zweifel haben, dass uns das Leben in unserer neuen Gemeinschaft und das Wirken in der Gesellschaft gelingen wird. Die Kraft, dass es hell und freundlich wird, ist uns bereits mit allen nötigen Fähigkeiten zugesagt worden. Jesus sagt: Ihr seid das Licht der Welt.  
   Vor diesem „erhellten“ Hintergrund nehmen wir den Auftrag Jesu an die Apostel auch für uns an: „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung.“  Mit dieser Frohen Botschaft wollen die Menschen mit Gott in Verbindung bringen und sie auch aus unserem „Gemeinde-Kreis“ hinaustragen.  
   Beschenkt durch die Gnadengaben Gottes sind wir Licht für die Welt und tragen SEINE frohe Botschaft zu den Menschen.  
   Wir nehmen diese Zusage und dem Auftrag dankend an und gehen damit gestärkt in unsere Pfarrei und unser gesellschaftliches Leben.  
   Zu unseren Gedanken stehen wir Ihnen gern im Gespräch zur Verfügung. 

Gestalterinnen der Collage  Barbara Pietsch  Heidi Gutsche  Maria Groß

Pater Sylwester: ein Steyler Missionar wechselt von Dresden nach Mexiko

Dresden, 25.06.2019: Nach fast fünf Jahren in der Pfarrei Sankt Marien zu Dresden-Cotta zieht es Pater Sylwester Wydra vom Orden der Steyler Missionare nun wieder in die Mission. Mexiko soll es sein. Deshalb hieß am Wochenende vom 22. und 23. Juni: Abschied nehmen. Es sollte ein Abschied werden, den er so schnell nicht vergessen wird.

Die Überraschungen begannen bereits am Samstag Mittag, als immer mehr Gäste in Dresden-Cotta anreisten. Nicht nur die Familie wollte dieses Wochenende in Dresden verbringen, auch ein langjähriger Freund und Steyler Mitbruder aus der Provinz Polen, Pater Kristof.

Ein Abschied mit vielen Überraschungen

Da Pater Sylwester sehr musikalisch ist und Mitgründer der Steyler Musikapostel war, durften die Fratres aus Sankt Augustin mit ihren Instrumenten nicht fehlen. Sie folgten einer geheimen Einladung und sorgten bereits am Samstagabend bei der Überraschungsfeier der Gemeinde  für musikalische Unterstützung. Der Höhepunkt war der Festgottesdienst am Sonntag, den 23. Juni in Sankt Marien.

Die Gestaltung übernahmen der Gemeindechor und die Fratres aus Sankt Augustin unter der Leitung von Pater Agateus Ngala. Im Altarbereich nahmen 23 Ministranten Platz sowie einige Mitbrüder und Wegbegleiter (Pater Rakus SVD, Pater Joseph F. SVD, Pater Alex SVD, Pater Kristof SVD, Pater Josef Ullrich SJ und Diakon Josef C. SVD). Die Predigt hielt Pater Rakus als Pfarradministrator der Verantwortungsgemeinschaft Dresden Süd-West.

Zum Ende des Gottesdienstes gab es eine Reihe Abschiedsgrüße aus den Gemeinden der Verantwortungsgemeinschaft, von den Evangelischen Nachbargemeinden, der Vietnamesischen Gemeinde, der Koreanischen Gemeinde und der Leiterin des Ortsamtes.

Nach dem Gottesdienst wurde Pater Sylwester von den Kindern der Gemeinde mit Seifenblasen und Luftballons im Pfarrgarten begrüßt. Die Gemeinde und alle Gäste waren zu einem Frühschoppen mit anschließendem Kaffeetrinken und buntem Programm eingeladen, das durch die Gruppen und Kreise der Gemeinde gestaltet wurde.

Pater Sylwester: überrascht und sprachlos über dieses wunderschöne Wochenende


Man hörte Pater Sylwester an diesem Wochenende immer wieder sagen, wie dankbar er sei; aber auch, dass er stolz sei, ein Ordensmann der Steyler Missionare zu sein.
Mit vielen schönen Erinnerungen im Herzen müssen die Gemeindemitglieder ihn nun ziehen lassen und wünschen ihm Gottes Segen, viel Gesundheit und Freude bei den neuen Aufgaben.

Wo ein Abschied ist, darf aber ein herzliches Willkommen nicht fehlen: Im Gottesdienst wurde Pater Alex (SVD), als Nachfolger vorgestellt. Er wird nun die Aufgaben in der Gemeinde übernehmen. Dafür wünschen die Gemeindemitglieder auch ihm Gottes Segen und alles Gute.

Text: Konstanze Günther
Fotos: Rene Jungnickel

  • Foto: Rene Jungnickel
  • Foto: Rene Jungnickel
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  • Foto: Rene Jungnickel
  • Foto: Rene Jungnickel

EUROPAS ERBE ALS CHANCE?

Katholische Kirche und die Europäische Union

Kirche und Politik – so manch eine/r von uns Christ*innen hebt da vielleicht die Hand und meint: Kirche besinne dich auf deine Kernaufgabe, feiere die hl. Eucharistie und kümmere dich um die Verbreitung des Evangeliums und halte dich aus der Politik heraus.

Doch wie soll das funktionieren? Hier der Bereich Kirche – da der weltliche Bereich?

Hat sich nicht auch Jesus den Anfragen und Nöten seiner Zeit zugewandt? So mancher Anfrage aus dem Volk und den Herrschenden hat er sich gestellt. („gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist“)

Am 15. April trafen sich in St. Marien-Dresden-Cotta rund 50 Teilnehmer*innen, die mehr über den Zusammenhang der Katholischen Kirche und der Europäischen Union erfahren wollten. 

Eingeladen hatten dazu im Vorfeld der Europawahl die Pfarrei St. Marien Dresden-Cotta, die Katholische Akademie und die Kolpingfamilie.

Sylwester Wydra, Pfarrer von St. Marien, begrüßte Markus Vennewald von der COMECE in Brüssel, Martin Modschiedler vom Sächsischen Landtag und Hannes Koch aus der Staatskanzlei und die Gäste aus unterschiedlichen Gemeinden. Dr. Thomas Arnold moderierte den Abend, der durch Statements der Gäste und der anschließenden Diskussion informativ und kurzweilig war. 

So bekamen wir u.a. einen Einblick, welche nicht unbedeutende Rolle die Europäische Bischofskonferenz in der EU spielt und dass das heutige Zusammenwirken der EU auf dem Subsidiaritätsprinzip basiert, welches Oscar von Nell-Breuning, damaliger Berater von Pius XI. im Rahmen der berühmten Sozialenzyklika Quadragesimo von 1931 entwickelte und eben heut noch gilt; und auch  im Freistaat Sachsen, wie Herr Modschiedler und Herr Koch betonten.

Es wurde jedoch auch deutlich, dass die Bedeutung der Kirchen für die EU in den Gemeinden kaum bekannt ist. Der Wunsch, doch künftig mehr über die Wahrnehmung von Verantwortung der Kirche in Europa zu erfahren, verstärkte sich an diesem Abend deutlich. Ansporn genug für den Informationsbedarf war die Feststellung, dass die wenigsten der Anwesenden bis dato überhaupt von einer „Kommission der europäischen Bischöfe“ COMECE gehört hatten. 

Der Abend, der von den Teilnehmenden positiv-anregend wahrgenommen wurde, ging mit dem Gebet für Europa zu Ende:

Vater der Menschheit,

Herr der Geschichte!

Sieh auf diesen Kontinent,

dem du die Philosophen, die Gesetzgeber und die Weisen gesandt hast,

Vorläufer des Glaubens an deinen Sohn, der gestorben und wieder

auferstanden ist.

Sieh auf diese Völker, denen das Evangelium verkündet wurde,

durch Petrus und durch Paulus,

durch die Propheten, durch die Mönche und die Heiligen.

Sieh auf diese Regionen,

getränkt mit dem Blut der Märtyrer,

berührt durch die Stimme der Reformatoren.

Sieh auf diese Völker, durch vielerlei Bande miteinander verbunden,

und getrennt durch den Hass und den Krieg.

 

Gib, dass wir uns einsetzen

für ein Europa des Geistes,

das nicht nur auf wirtschaftlichen Verträgen gegründet ist,

sondern auch auf menschlichen und ewigen Werten:

Ein Europa, fähig zur Versöhnung,

zwischen Völkern und Kirchen,

bereit um den Fremden aufzunehmen,

respektvoll gegenüber jedweder Würde.


Gib, dass wir voll Vertrauen unsere Aufgabe annehmen,

jenes Bündnis zwischen den Völkern zu unterstützen und zu fördern,

durch das allen Kontinenten zuteilwerden soll

die Gerechtigkeit und das Brot,

die Freiheit und der Friede. AMEN.

Carlo Maria Kardinal Martini (1927–2012) 

 

Maria Groß

PGR- Vorsitzende

St. Marien Dresden-Cotta